Koi-Koi – Regeln

Koi-Koi gegen den Computer spielen

1. Kurzüberblick

NameKoi-Koi – mit japanischen Hanafuda-Karten
SpieltypSammelspiel: Karten gleichen Monats vom Tisch nehmen und Kombinationen bilden
Spieler2
Empfohlenes Alterab 10 Jahren
Spieldauereine Runde 3–6 Minuten; eine Partie mit 12 Runden 40–60 Minuten
Material48 Hanafuda-Karten, Papier und Stift
ZielMit gesammelten Karten Kombinationen (Yaku) bilden und nach 12 Runden die meisten Punkte haben.
Schwierigkeitmittel

Worum geht es? Hanafuda heißt „Blumenkarten“ und bezeichnet das japanische Kartenblatt, nicht ein einzelnes Spiel. Koi-Koi ist das bekannteste Spiel damit. Du nimmst Karten vom Tisch, indem du eine Karte desselben Monats spielst. Aus den gesammelten Karten bildest du Kombinationen, die Yaku. Sobald du ein Yaku hast, entscheidest du: aufhören und die Punkte sichern – oder „Koi-Koi!“ („Komm schon!“) sagen und auf mehr spielen, mit dem Risiko, dass der Gegner gewinnt.

Regelfassung: Koi-Koi wird in Japan und weltweit mit unterschiedlichen Punktwerten gespielt. Hier gilt die Fassung von cardgames.zone mit einer Koi-Koi-Ansage pro Runde und 12 Runden. Abweichende Hausregeln stehen in Abschnitt 8.

2. Benötigte Karten und Material

MonatPflanzeBesondere Karten
1 JanuarKieferKranich mit Sonne (Licht), rotes Gedichtband
2 FebruarPflaumenblüteBuschsänger (Tier), rotes Gedichtband
3 MärzKirschblüteVorhang (Licht), rotes Gedichtband
4 AprilGlyzinieKuckuck (Tier), rotes Band
5 MaiIrisBrücke (Motiv), rotes Band
6 JuniPfingstroseSchmetterlinge (Tier), blaues Band
7 JuliBuschkleeWildschwein (Tier), rotes Band
8 AugustPampasgrasVollmond (Licht), Gänse (Tier)
9 SeptemberChrysanthemeSake-Schale (Motiv), blaues Band
10 OktoberAhornHirsch (Tier), blaues Band
11 NovemberWeideRegenmann (Licht), Schwalbe (Tier), rotes Band, Blitz
12 DezemberPaulowniaPhönix (Licht)

Alle 48 Karten nach Monaten:

1 Januar · Kiefer
2 Februar · Pflaumenblüte
3 März · Kirschblüte
4 April · Glyzinie
5 Mai · Iris
6 Juni · Pfingstrose
7 Juli · Buschklee
8 August · Pampasgras
9 September · Chrysantheme
10 Oktober · Ahorn
11 November · Weide
12 Dezember · Paulownia

Vier Kartentypen – sie zählen nur für die Kombinationen, nicht beim Nehmen:

KartentypAnzahlErkennungsmerkmal
Lichter (Hikari)5Kranich, Vorhang, Mond, Regenmann, Phönix
Tier-/Motivkarten (Tane)9Tiere, Brücke, Sake-Schale
Bandkarten (Tanzaku)10rote, rot beschriftete oder blaue Bänder
Einfache Karten (Kasu)24nur die Pflanze (im November auch der Blitz)
Lichter
Tier-/Motivkarten
Bandkarten

3. Vorbereitung und Spielstart

  1. Startperson bestimmen: Vor der ersten Runde zieht jeder eine Karte. Wer den früheren Monat zieht, beginnt. Bei gleichem Monat zieht ihr erneut. Die Karten kommen zurück.
  2. Mischen.
  3. Austeilen: Jeder bekommt 8 verdeckte Handkarten, 8 Karten liegen offen in der Mitte, die übrigen 24 bilden den Stapel.
  4. Startprüfung: Liegen vier Karten eines Monats in der Mitte, wird neu gegeben. Besondere Starthände siehe Abschnitt 7.
  5. Nächste Runden: Der Gewinner der letzten Runde beginnt. Endet eine Runde ohne Gewinner, beginnt der andere Spieler.

Startbeispiel: Spieler 1 zieht eine Kirschblüte (März), Spieler 2 eine Glyzinie (April). Spieler 1 beginnt.

4. Ziel und Gewinnbedingung

5. Spielablauf im Detail

Ihr seid abwechselnd am Zug. Jeder Zug hat drei Schritte.

1. Eine Handkarte spielen. Lege eine Karte offen in die Mitte:

2. Eine Karte vom Stapel aufdecken. Decke die oberste Karte des Stapels auf und spiele sie sofort genauso aus. Sie kommt nicht auf die Hand.

3. Kombinationen prüfen. Lege alles Genommene offen vor dir aus. Hast du ein neues Yaku?

Beispiel mit Spieler 1 und 2. In der Mitte liegen ein Januar (Kiefer) und zwei März-Karten (Kirschblüte).

  1. Spieler 1 spielt den Kranich (Januar) und nimmt damit die Kiefer.
  2. Spieler 1 deckt eine Kirschblüte (März) auf. Zwei März-Karten liegen aus – er wählt den Vorhang, die einfache Kirschblüte bleibt liegen.
  3. Spieler 1 hat jetzt Kranich und Vorhang – zwei Lichter, noch kein Yaku. Spieler 2 ist dran.

6. Punktwertung

Gewertet wird nur, wer die Runde gewinnt. Diese Yaku gibt es:

YakuBenötigte KartenPunkte
Fünf Lichter (Gokō)alle fünf Lichter10
Vier Lichter (Shikō)vier Lichter ohne Regenmann8
Vier Lichter mit Regen (Ame-Shikō)vier Lichter mit Regenmann7
Drei Lichter (Sankō)drei Lichter ohne Regenmann5
Blumen betrachten (Hanami-zake)Vorhang + Sake-Schale5
Mond betrachten (Tsukimi-zake)Mond + Sake-Schale5
Wildschwein, Hirsch, Schmetterlinge (Ino-Shika-Chō)die drei Tierkarten5, je weitere Tierkarte +1
Rote Schriftbänder (Akatan)die drei beschrifteten roten Bänder (Januar–März)5, je weiteres Band +1
Blaue Bänder (Aotan)die drei blauen Bänder (Juni, September, Oktober)5, je weiteres Band +1
Tier-/Motivkarten (Tane)mindestens 51, je weitere +1
Bandkarten (Tanzaku)mindestens 51, je weitere +1
Einfache Karten (Kasu)mindestens 101, je weitere +1

Die Yaku in Bildern:

Fünf Lichter · 10
Drei Lichter · 5
Blumen betrachten · 5
Mond betrachten · 5
Wildschwein, Hirsch, Schmetterlinge · 5
Rote Schriftbänder · 5
Blaue Bänder · 5

Zusammenzählen:

Verdopplungen:

7. Sonderregeln und wichtige Situationen

8. Spielvarianten

Standard dieser Beschreibung: 2 Spieler, 12 Runden, eine Koi-Koi-Ansage pro Runde, ab 7 Punkten ×2.

VarianteWas ändert sich?Für wen?
Mehrfaches Koi-KoiMan darf mehrmals ansagen; jede Ansage erhöht den Faktor.risikofreudige Runden
6 RundenKürzere Partie (z. B. nur Januar bis Juni).wenig Zeit
Kein Regen beim BetrachtenWurde der Regenmann genommen, zählen Blumen- und Mondbetrachtung nicht.traditionelle Runden
Andere PunktwerteManche Ausgaben werten z. B. Blumen-/Mondbetrachtung mit 3 Punkten.nach Absprache

Andere Spiele mit Hanafuda-Karten sind Hana-Awase, Hachi-Hachi und in Korea Go-Stop – das sind eigene Spiele, keine Koi-Koi-Varianten.

Im Computerspiel auf cardgames.zone spielst du Koi-Koi zu zweit gegen den Computer oder online, mit 12, 6 oder 3 Runden.

9. Tipps für Anfänger

  1. Lichter zuerst: Kranich, Vorhang, Mond und Phönix sind die wertvollsten Karten.
  2. Sake-Schale sichern: Sie gehört zu zwei Yaku auf einmal.
  3. Gegner beobachten: Seine gesammelten Karten liegen offen – nimm ihm Karten weg, die ihm ein Yaku bringen würden.
  4. Nicht ablegen, was er nehmen kann: Lege möglichst Monate ab, von denen keine Karte in der Mitte liegt und die ihm wenig bringen.
  5. Koi-Koi mit Bedacht: Lohnt sich früh in der Runde und wenn der Gegner noch keinem Yaku nahe ist.
  6. Mengen-Yaku nicht vergessen: Zehn einfache Karten sind oft das schnellste Yaku.

10. Zusammenfassung in 10 Schritten

  1. 48 Karten, 12 Monate zu je 4 Karten.
  2. Je 8 Handkarten, 8 offen in der Mitte, 24 im Stapel.
  3. Handkarte spielen: gleicher Monat nimmt.
  4. Zwei passende: eine wählen; drei passende: alle nehmen.
  5. Nichts passt: Karte bleibt in der Mitte.
  6. Oberste Stapelkarte aufdecken und genauso spielen.
  7. Gesammelte Karten offen auslegen und auf Yaku prüfen.
  8. Yaku: aufhören oder einmal „Koi-Koi!“.
  9. Ab 7 Punkten ×2, Sieg nach gegnerischem Koi-Koi ×2.
  10. Nach 12 Runden gewinnt die höhere Punktzahl.

11. Häufige Fragen

Was bedeutet „Koi-Koi“?

Etwa „Komm schon!“ – du forderst das Glück heraus und spielst weiter.

Muss ich nehmen, wenn eine Karte passt?

Ja. Liegt eine Karte desselben Monats aus, musst du sie nehmen.

Darf ich die aufgedeckte Stapelkarte behalten?

Nein. Sie wird sofort gespielt: Sie nimmt eine passende Karte oder bleibt in der Mitte liegen.

Zählt der Regenmann für „Drei Lichter“?

Nein. Er zählt nur für „Fünf Lichter“ und „Vier Lichter mit Regen“.

Was passiert, wenn niemand ein Yaku bildet?

Sind alle Handkarten gespielt, endet die Runde ohne Punkte. Der andere Spieler beginnt die nächste Runde.

Ist Hanafuda ein Spiel?

Nein, Hanafuda ist das Kartenblatt. Koi-Koi ist eines von mehreren Spielen damit.

Herkunft & Geschichte

Hanafuda bedeutet „Blumenkarten“: ein japanisches Kartenblatt mit 48 Karten, das sich aus älteren japanischen Spielkarten entwickelte und seine heutige Gestaltung etwa in der Mitte der Edo-Zeit erhielt. Die Motive zeigen Pflanzen, Tiere und Szenen der zwölf Monate. Nintendo begann 1889 als Hersteller von Hanafuda-Karten. Koi-Koi („Komm schon!“) ist das bekannteste Spiel mit diesem Blatt.