Mau-Mau
Spieler: 2–5 (ab 6 Spielern mit zwei Blättern) · Karten: Skatblatt (deutsch oder französisch), 32 · Typ: Ablegespiel
Mau-Mau gegen den Computer spielen
Spielziel
Ziel ist es, als Erster alle Handkarten abzulegen. Wer keine Karte mehr auf der Hand hat, hat die Runde gewonnen.
In mehreren Durchgängen lässt sich auch über Minuspunkte werten: Die in den Händen verbliebenen Karten werden nach ihrem Wert zusammengezählt, und wer zuerst eine vereinbarte Punktgrenze überschreitet, verliert das gesamte Spiel.
Vorbereitung
Mau-Mau kommt mit einem normalen Blatt aus. Üblich ist ein Skatblatt (32 Karten: 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass in den vier Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo). Mit einem deutschen Blatt funktioniert es genauso – dort heißt der Bube Unter und die Dame Ober; Eichel entspricht Kreuz, Grün (Laub) Pik, Herz bleibt Herz, Schellen entspricht Karo. Ab etwa sechs Spielern nimmt man zwei Blätter.
1) Ein Geber wird bestimmt (z. B. wer die höchste Karte zieht). Er mischt, der Spieler rechts von ihm hebt ab.
2) Jeder Spieler bekommt 5 Karten verdeckt, einzeln im Uhrzeigersinn (bei 2 Spielern oft 6 oder 7 Karten).
3) Die restlichen Karten kommen als verdeckter Ziehstapel in die Mitte.
4) Die oberste Karte des Stapels wird umgedreht und daneben gelegt – das ist die erste Karte des Ablagestapels.
5) Jeder nimmt seine Karten auf die Hand, ohne sie den anderen zu zeigen.
6) Der Spieler links vom Geber beginnt.
Kartenwerte
Beim Ablegen gibt es keine höheren oder niedrigeren Karten – es zählt nur, ob Farbe oder Wert passen.
Für die optionale Punktewertung zählen die Restkarten: Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2 (in vielen Familien 20, weil er so mächtig ist), 9, 8 und 7 nach Augenwert.
Spielablauf
1) Der Spieler links vom Geber beginnt. Gespielt wird reihum im Uhrzeigersinn.
2) Wer am Zug ist, legt eine Karte offen auf den Ablagestapel, die in Farbe oder Wert zur obersten Karte passt. Auf eine Herz-Acht darf also jede andere Acht oder jede andere Herz-Karte gelegt werden.
3) Ein Bube passt immer – auch wenn Farbe und Wert nicht stimmen.
4) Kann oder will ein Spieler nicht ablegen, zieht er eine Karte vom Nachziehstapel. Passt diese, darf sie in den meisten Runden sofort gelegt werden; andernfalls ist der nächste Spieler an der Reihe.
5) Pro Zug wird höchstens eine Karte gelegt.
6) Liegt eine Sonderkarte oben, gilt zuerst ihre Wirkung für den nächsten Spieler (siehe Sonderkarten).
7) Wer nur noch eine Karte auf der Hand hält, sagt beim Ablegen der vorletzten Karte laut „Mau!“. Wer das vergisst und dabei ertappt wird, zieht zur Strafe zwei Karten.
8) Beim Ablegen der letzten Karte rufen viele Runden zusätzlich „Mau-Mau!“ – die Runde ist sofort zu Ende.
Sonderregeln
Die Sonderkarten machen den eigentlichen Reiz von Mau-Mau aus. Da sie regional unterschiedlich gehandhabt werden, sollten sie vor Spielbeginn festgelegt werden. Am weitesten verbreitet ist diese Belegung:
• 7 – zwei ziehen: Der nächste Spieler muss zwei Karten ziehen und aussetzen. Legt er selbst eine 7, gibt er den Effekt verdoppelt weiter – der Übernächste zieht dann vier Karten, nach einer dritten 7 sechs usw.
• 8 – aussetzen: Der nächste Spieler setzt eine Runde aus und legt keine Karte. Bei zwei Spielern ist der Ableger also gleich noch einmal dran.
• Bube – Wunschkarte: Ein Bube darf auf jede beliebige Karte gelegt werden. Der Spieler nennt anschließend eine Wunschfarbe, in der weitergespielt wird. In vielen Runden gilt: Bube auf Bube ist nicht erlaubt.
Weitere verbreitete Hausregeln betreffen das Ass (der nächste Spieler setzt aus oder der Ableger ist erneut an der Reihe) und das Stapeln mehrerer Sonderkarten.
Mau und Mau-Mau: Die Ansage-Regel sorgt für die typische Spannung im Endspiel, weil ein vergessenes „Mau“ eine fast gewonnene Runde noch kippen kann.
Wertung
Einfache Variante: Wer zuerst „Mau-Mau“ ruft, bekommt einen Gewinnpunkt. Gespielt wird zum Beispiel auf 5 Gewinnpunkte.
Punktevariante: Am Ende einer Runde zählt jeder seine Restkarten (Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2 oder 20, 9/8/7 nach Augen) und schreibt sie als Minuspunkte auf. Wer zuerst eine vereinbarte Grenze überschreitet (z. B. 100 Punkte), scheidet aus oder hat verloren.
Spielende
Eine Runde endet, sobald ein Spieler seine letzte Karte abgelegt und „Mau-Mau!“ gerufen hat. Der Gewinner der Runde gibt in vielen Familien die nächste Runde – oder der Geber wechselt einfach im Uhrzeigersinn.
Das Spiel endet nach einer vereinbarten Zahl von Runden oder sobald jemand die Punktegrenze erreicht.
Herkunft & Geschichte
Mau-Mau ist eines der bekanntesten Kartenspiele im deutschsprachigen Raum und für viele der erste Einstieg in die Welt der Karten. Es ist ein Ablegespiel für zwei bis fünf Personen, das mit einem normalen Blatt auskommt und dessen Grundregeln in wenigen Minuten erklärt sind. Wer Mau-Mau beherrscht, findet sich später in verwandten Ablegespielen wie Crazy Eights schnell zurecht, denn das Prinzip – passende Karten ablegen, Sonderkarten gezielt einsetzen – ist dasselbe.
Gehört zur Familie der Ablegespiele 'Crazy Eights', die in Europa und den USA im 20. Jh. verbreitet war. In Deutschland ab der Mitte des 20. Jh. als Kinder- und Familienspiel etabliert; die Herkunft des Namens ist ungeklärt.